NanocellCare - Bakterien als Wundheilungshelfer

13.12.2010

In der Regel bedeuten bedeuten Bakterien für Wunden nichts Gutes, im Gegenteil sie rufen Infektionen hervor. Doch bestimmte Bakterien scheinen nicht  schädlich zu sein, sondern können die Wundheilung sogar unterstützen. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena lässt nun sogenannte "Gluconacetobacter"-Bakterien ein Biomaterial namens "Nanozellulose" herstellen. Dieses weltweit bislang einzigartige Verfahren zur Gewinnung flächiger Nanozellulose wurde in der Nachwuchsforschergruppe um Dr. Dana Kralisch am Institut für Technische Chemie und Umweltchemie entwickelt und etabliert. Dieses Material verfügt aufgrund ihrer Nanostruktur über eine außerordentlich große innere Oberfläche und bietet so zum einen ein sehr großes Wasserbindungsvermögen und die Beladung mit Wirkstoffen. Zum anderen lässt sich das Material leicht auf eine Wunde auftragen und schmerzfrei wieder ablösen.

Im Rahmen des Projekts "NanocellCare" planen die Wissenschaftler bakteriell synthetisierte Nanozellulose mit verschiedenen Wirkstoffen zu beladen und diese für den Einsatz als aktive Wundauflage für chronische Wunden systematisch zu testen. Neben Informationen über die Effektivität unterschiedlicher Beladungstechniken erhoffen sich Dr. Kralisch und ihre Kollegen auch Erkenntnisse über das Freisetzungsverhalten verschiedener Wirkstoffe oder die Lagerstabilität des Biomaterials in Abhängigkeit von den eingestellten Materialeigenschaften. Parallel sollen die neuen Wundauflagen hinsichtlich ihrer Hautverträglichkeit geprüft werden.

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news400184